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Überzeugende Technik für saubere Energie

Das Prinzip ist einfach: Die Rotoren einer Windkraftanlage wandeln die Kraft des Windes in Bewegungsenergie um. Ein Generator erzeugt daraus Strom. Über ein Umspannwerk erreicht dieser dann die Verbraucher. Bei der Planung des interkommunalen Windparks Flörsbachtal / Jossgrund ist auch die  dahinterstehende Technik übersichtlich und hochgradig ausgefeilt, um Eingriffe in die Umgebung gering zu halten und die Windenergie voll ausschöpfen zu können.

Mit dem Windpark werden wir rund 30.000 Vier-Personen-Haushalte mit Grünstrom versorgen“, erklärt Oliver Habekost, Geschäftsführer der Naturenergie Main-Kinzig. Auf den Gemarkungen beider Kommunen ist dafür der Bau von bis zu 18 Windrädern mit einer Leistung von je drei Megawatt geplant. Zusammen sollen die Windkraftanlagen, die die Kreiswerke über ihr Tochterunternehmen, die Naturenergie Main-Kinzig GmbH, errichten lassen, einen Jahresertrag von etwa 120 Millionen Kilowattstunden (kWh) erreichen. Die Anlagen haben jeweils eine Nabenhöhe von circa 140 Metern. Der Durchmesser der Rotoren liegt bei 120 Metern. Steht eines der drei Rotorblätter senkrecht nach oben, beträgt die Gesamthöhe des Windrads 200 Meter.

Bauwerke dieser Höhe brauchen ein ausreichend stabiles Fundament. Auf dem Areal des interkommunalen Windparks werden die geplanten Anlagen in einer Tiefe von drei Metern gegründet.

So tragen verhältnismäßig flache, kreisförmige Fundamente die Windräder sicher, ohne den Grundwasserspiegel zu beeinflussen – der in dem betreffenden Gebiet deutlich tiefer liegt. Für jedes einzelne der bis zu 18 Windräder wird eine Fläche von circa 4.000 Quadratmetern benötigt. Das macht die Rodung von Bäumen erforderlich. Zum Ausgleich gibt es an anderer Stelle neue Aufforstungen. Befürchtungen, die geschaffene Freifläche könnte zu vermehrtem Windbruch führen, sind unbegründet. „Dafür gibt es keine ausreichend wissenschaftlich belegbaren Anhaltspunkte“, stellt Oliver Habekost fest. Er betont indes, dass die Naturenergie das Gelände des Windparks nach dem Aufbau der Anlagen wieder begrünen lässt.

Ein wichtiger Aspekt bei der Planung des Parks ist das Ausschließen von Schattenwurf der einzelnen Windräder auf Grundstücke und Häuser von Anwohnern.

Um diesen oft als störend wahrgenommenen Effekt zu vermeiden, ist der Windpark in ausreichender Entfernung zur nächsten Wohnbebauung geplant. Dennoch: „Sollten externe Gutachter feststellen, dass es wider Erwarten doch zu unerwünschten optischen Beeinträchtigungen kommen kann, werden wir das Park-Layout verändern und die entsprechenden Anlagen versetzen“, so Habekost.

Die Anbindung der Windkraftanlagen an das Umspannwerk „Eiserne Hand“ erfolgt über Erdkabel. Diese werden in einer Tiefe von 80 Zentimetern im Boden verlegt. Um die Umwelt zu schonen, achten die Planer darauf, die Kabeltrasse entlang bestehender Wirtschaftswege und Straßen zu führen. Der Windpark muss übrigens nicht für die Ewigkeit errichtet sein. Nach heutigem Stand könnte er nach 20 Jahren wieder komplett zurückgebaut werden. Dafür gilt es, eine inflationsgesicherte Rücklage zu bilden. Ein argumentatives i-Tüpfelchen für diese saubere und effiziente Art der Energieerzeugung setzt Oliver Habekost so: „Bis zum Ablauf des Nutzungszeitraums spart der Windpark jährlich rund 120.000 Tonnen CO2 im Vergleich zur Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern ein.


Verzwölffachung der Anlagenleistung in der Windenergie seit 1990
Durchschnittliche Leistung neu installierter Windkraftanlagen (kW)

Quelle: Deutsches Windenergie-Institut, Stand: Juni 2010