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Offener Brief vom 08. Mai 2020 zum Schreiben des Vereins Vernunftkraft Main Kinzig/Naturpark Spessart e.V. vom 15. April 2020

In einem offenen Brief wendet sich der Verein Vernunftkraft Main-Kinzig / Naturpark Spessart e. V. (BI) an den Geschäftsführer der Kreiswerke Main-Kinzig, Bernd Schneider. Im Kern zweifelt die BI die Berechnungsgrundlagen und damit einhergehend die Wirtschaftlichkeit des Windparks "Am Roßkopf" in Jossgrund an, den die Kreiswerke-Tochter Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH aktuell über ihre Beteiligung an der Naturenergie Main-Kinzig GmbH realisiert.

In einem offenen Brief antworten nun der Aufsichtsratsvorsitzende der Kreiswerke Main-Kinzig, Landrat Thorsten Stolz, Kreiswerke-Geschäftsführer Bernd Schneider und der Geschäftsführer der Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH und der Naturenergie Main-Kinzig GmbH, Oliver Habekost, an die Unterzeichner Rolf Zimmermann (1. Vorsitzender) und Heinz Josef Prehler (Schriftführer):

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Bürgermeister im Gespräch

Die Bürgermeister von Jossgrund, Rainer Schreiber, und von Flörsbachtal, Frank Soer, sind Befürworter des geplanten Windparks auf ihrem Gemarkungsgebiet. Im Gespräch äußern sie sich zu den Vorteilen und Perspektiven des Grünstromprojekts.

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Windpark Roßkopf

Die 6 Windräder im geplanten Windpark Roßkopf werden eine Nabenhöhe von 139 Metern haben und inklusive der Rotorblätter eine Höhe von fast 200 Metern erreichen. Damit unterliegen sie nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz einer Genehmigungspflicht. Demnach muss die Naturenergie Main-Kinzig GmbH als Tochterunternehmen der Kreiswerke noch vor Baubeginn zahlreiche gesetzliche Bestimmungen erfüllen und Gutachten einholen. Damit stellt sie nachweislich sicher, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Natur in einem Höchstmaß berücksichtigt sind.

Die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb der geplanten Windkraftanlagen in Flörsbachtal und Jossgrund erteilt das Regierungspräsidium Darmstadt. An dem Genehmigungsverfahren sind die beiden Standortgemeinden sowie eine Vielzahl von Fachbehörden und Experten beteiligt.

Eine bedeutende Entscheidungsgrundlage für die Genehmigung ist das Baurecht. Anhand seiner Vorschriften wird unter anderem geprüft, inwiefern die Windräder planerisch zulässig und standsicher sind: Mit Turbulenz- und Bodengutachten beurteilen die Experten die Standsicherheit. Im Abstandsflächennachweis ist festgehalten, dass die einzelnen Windräder einen Mindestabstand von 1.000 Metern zur Wohnbebauung aufweisen. Um die Flugsicherheit zu gewährleisten, gibt es ein Fluggutachten. Außerdem prüfen die Fachleute, ob Masten oder Rotoren bestehende Richtfunkstrecken stören.

Zum gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsschutz zählen des Weiteren eine Schattenwurfprognose und ein Gutachten zum möglichen Eiswurf. Das wichtige Thema Lärm wird in einer Schallimmissionsprognose behandelt. Hier weiß man schon heute, dass die in Flörsbachtal / Jossgrund geplanten Windräder bei einer Hörentfernung von 500 Metern eine maximale Lautstärke von 40 Dezibel (dB(A)) entwickeln. Zum Vergleich: Das Brummen eines Kühlschranks entspricht etwa 30 dB(A).

Eine weitere Grundlage für die Entscheidung über eine Genehmigung sind die rechtlichen Bestimmungen zum Naturschutz.

Auf deren Basis findet eine Prüfung der Umweltverträglichkeit statt. Dabei beurteilen Fachleute beispielsweise die Auswirkungen der Anlagen auf das Landschaftsbild und halten in einem ornithologischen Gutachten das Verhalten der Zug- und nistenden Vögel im betreffenden Gebiet fest. Im Falle Flörsbachtal und Jossgrund sind es vor allem der Schwarzstorch und der Rotmilan, deren Nistplätze, Brutverhalten und Flugrouten besondere Berücksichtigung finden. Eine mögliche Genehmigung der Windkraftanlagen kann hier auch mit Auflagen verbunden sein: Passieren beispielsweise Zugvögelschwärme den Windpark, müssten die Anlagen abgeschaltet werden. Gleiches kann bei erhöhten Fledermausaktivitäten zutreffen, denn auch hinsichtlich dieser nachtaktiven Tiere werden spezielle Gutachten erstellt.